Zaza Club

Zaza Club in Torreilles.
Village des sables, 66440 Toreilles. Tel. +33. 7 88 30 75 46.
web: https://zazaclub.fr

 

14,0/20          Ambiente: 5/5   Service: 4/5   Essen und Trinken: 5/10

Marine Granel, freundliche Winzerin von Domaines fondelon und – wenn auch 1,5 km entfernt – eine unserer “Nachbarinnen”, gab mir schon letztes Jahr den Tipp, unbedingt den Zaza Club (Franzosen sprechen das ungefähr so aus: Sassa Klöbbe) auszuprobieren. Sei nicht ganz leicht zu finden, aber …..
Nun, der Tipp war Gold wert. Wenn mann an der richtigen Stelle von der Hauptstraße abbiegt und sich von einer kilometerlangen, staubigen, zumeist einspurigen Schlaglochpiste nicht aus der Fassung bringen lässt, erreicht man den Strand und einen – erschreckend großen – Parkplatz. Entwarnung! Viele Kenner der Gegend fahren hierher, um den sehr schönen Sandstrand (mit großem Nudistenbereich) zu genießen. Mit Blick auf die Pyrenäen und ab und zu einem kleinen Lokal im Hintergrund fehlt nichts, um einen entspannten Tag zu verbringen.
Wir hatten einen Trip nach Canet en Roussillon geplant, um ein facebook-Marketplace-Schnäppchen, einen wirklich schönen “Liegestuhl” abzuholen und wollten dort eine Kleinigkeit essen, aber der Ort schreckte uns mit touristischem Gehabe der übleren Sorte ab (Betonburgen, 1-2-3-Pizza, bunte Luftmatratzen, braungebrannte Fettsäcke …) und so machten wir uns auf den Rückweg und stellten fest, dass das “Zaza” nur einen kleinen Umweg erforderte.

Das Lokal, eingerahmt von Palmen, liegt paradiesisch direkt am Strand und bietet ein paar größere und kleinere Tische plus Bar. Insgesamt dürften nicht sehr viel mehr als 50-60 Gäste Platz finden. Luftig flatternde Bespannungen bieten ausreichend Schatten, aber wer möchte, kann sich auch etwas weiter ins offene Lokal zurückziehen und so der Sonne aus dem Weg gehen. Die Karte bietet einige Vorspeisen und Hauptgerichte (vor allem Fisch und Meeresgetier) sowie Nachspeisen und wird durch eine gute Weinauswahl der Gebiete Roussillon und Catalanes ergänzt.
Wir genossen als Entrée zarten Pata-Negra-Schinken mit geröstetem Baguette, Olivenöl, frischen Tomaten und Oliven und als Plat Roten Thunfisch à la Sicilienne bzw. gebratene Tintenfische. Der Thunfisch wurde von geschmortem Gemüse (Tomaten, milde Pepperoni, Paprika, Zucchini, gemörserten Sardellen und schwarzen Oliven) begleitet, die Tintenfische von Tomaten, Zwiebeln, Pinienkernen und – wenn wir den Patron richtig verstanden haben – einer Art winziger Gnocchi aus Kartoffen und Sardellen, schwarz wie die Nacht dank Tintenfischs Tinte. Unglaublich geschmackvoll, ganz großes Kino! Kein Wunder, dass auch der Espresso ausgezeichnet war. À bientôt!

UPDATE:

Nach einem Besitzerwechsel waren wir am 28. Mai (ein Tag vor dem französischen Muttertag)  wieder im Zaza. Wir verstehen, dass die neuen Besitzer viele Anfragen nach einem Tisch erfüllen wollten, aber geschätzte 100 bis 120 Leute forderten die Küche schon sehr heraus. Außerdem wollen/müssen die neuen Hausherrinnen Kohle machen, was man an manchen Preisen deutlich sieht. Die Vorspeise, ein Brett mit Wurst, Chorizo und Schinken aus Iberien, dazu Manchego und pan con tomate war gut, für 25 Euro hätte aber die doppelte Menge drauf sein dürfen. Der Thunfisch steht noch immer auf der Karte, aber hier bemerkte man sehr deutlich, dass Vorgänger Claude – ein Könner am Herd – sehr große Fußabdrücke hinterlassen hat, die die neue crew nicht annähernd ausfüllen kann. Wir bestellten ein Mal “à point”, ein Mal “saignant”, die Thunfisch-Stücke kamen aber mit identischer Garstufe an den Tisch (zu allem Übel fast zu durch gebraten). Die Beilagen allesamt eher einfallslos, die Dessert überteuert, die Weinkarte um wesentliche, große Weine gekürzt …

Hoffentlich begreift man im Zaza, dass der Kredit, den man als neuer Chef/neue Chefin hat, schnell verspielt ist und besinnt sich auf mehr Qualität und weniger Quantität. Es wäre wirklich schade um den wunderschönen Ort. Wir zumindest machen erstmal Pause mit Besuchen im Zaza.

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